Ja, Frau Gugus; von den leicht zu ziehenden Kartoffeln hörte ich auch sagen. Aber statt ein veritables Kartoffelfeld anzulegen, begnüge ich mich mit einem kleinen Experiment. Die Zutaten:
Eine alte, verschrumpelte, austreibende Kartoffel aus dem Küchenschaft
Ein Sack voll alter Erde (weggeräumt vom Wegrand)
Ein paar Wochen Geduld
Wenn Sabine Reber recht hat, können wir in drei Monaten den Sack ausleeren und ganz viele Kartoffeln ernten. Nach zwei Wochen sieht der Sack bereits so aus:
So klein muss ein Garten sein, damit ich mit der Pflege nicht überfordert bin:
Ich hab’s nicht so mit dem Gärtnern. Oder doch, eigentlich schon: Seit ich denken kann, versuche ich mich aber immer wieder dran – und dann vergesse ich zu jäten, die Sachen werden von Schnecken und Blattläusen aufgefressen, die Plänzchen vertrocknen oder werden, typisch für die Küchenkräuter, schlicht vergessen. Mein Grossvater, ein Künstler von einem Landschaftsgärtner, der eine grosse Gärtnerei aufgebaut hat, hätte keine grosse Freude an mir… Aber vermutlich ist es die Erinnerung an die zahlreichen Sommerferien bei den Grosseltern, als ich meine erstes eigenes Geld mit kleinen Hilfsarbeiten in der Gärtnerei verdienen konnte, die mich Jahr für Jahr dazu bringen, es wieder zu versuchen.
Dabei hätte ich, anders als all die armen hippen StadtgärtnerInnen, sogar eine ganze Are richtigen, eigenen Boden zur Verfügung. Ich muss also nicht auf die tollen Vorschläge des WWF zurückgreifen, der im Rahmen des diesjährigen Glücksexperiments Garten-Ideen für Menschen ohne Garten zusammengestellt hat.
In den letzten Jahren habe ich recht erfolgreich die Strategie verfolgt, einen selbstpflegenden Garten anzulegen. Mit Sträuchern, die sogar ein bisschen etwas Essbares produzieren: Felsenbirnen, Apfelbeere, Maulbeere, Zwergzwetschge, Holder. Und einen Pfirsichbaum. Dieses Jahr kamen noch eine Schlehe, eine Zwergkirsche und ein paar Johannisbeerstauden dazu. Drei Mal im Jahr grosszügig jäten, einmal mit der Sense druchs Gras, und gut ist.
Gärtnern macht aber glücklich, heisst es jetzt überall. Mit den Händen im Dreck kommt man wohl irgendwie seinen Wurzeln näher, oder so ähnlich. Vermutlich hat es auch ähnlich günstige Auswirkungen auf den Blutdruck und den Cortisolspiegel wie Yoga. Jedenfalls ist es zur Zeit extrem in Mode. Nun halt, ich lasse mich ein kleines bisschen anstecken und mache den Trend ein kleines bisschen mit, gedenke meines Grossvaters und habe neben den Sträuchern auch wieder Kräuter angepflanzt, und Blumen gesetzt, und versuche mich sogar wieder einmal an Gemüse. Meine Erbsenstecklinge in WC-Papier-Rölleli, nach Methode Sabine Reber (die Tutorin der Stunde aller Neo-Glückssuche-GärtnerInnen), gedeihen jedenfalls prächtig und sind in ein paar Tagen reif für den Boden.
Für mehr Inspiration: Sabine Reber bei Aeschbacher.
Und zum Schluss noch ein Lied: “Eigene Paradeiser” von Iwan dem Dreckigen.
Der Start gestern war ein bisschen frustrierend, vorwiegend der Brennholzproduktion gewidmet.
Heute ging es besser:
Eine Fastkugel aus Apfel-Baumschnitt und ein Schüsselchen aus Kirschholz (ein Abfallstück vom Schreiner). Jetzt wage ich mich dann bald an das schöne Holz, das in meiner Werkstatt lagert!
Wenn man mit Holz heizt, kann man den Auschuss wenigstens brauchen – heute Abend gibt uns das da schön warm:
Das diesjährige Märzwetter lädt eher zu Bastelnachmittagen denn zu Streifzügen draussen ein – wenigstens mit Outdoor-Material: Halsschmuck aus Kevlar-Kletterseil, Armschmuck aus gehäkelter Nylonschnur.
Bereits als Jugendliche war ich politisch aktiv. Damals lebte ich in Stans NW und engaierte mit ich der 1981 gegründeten grünen Partei “Demokratisches Nidwalden”, half Flyer verteilen, arbeitete an der Vorbereitung von Ausstellungen mit, schrieb Leserinnenbriefe, arbeitete in AGs mit. Meine ganze Pubertät über hing dieses Plakat in meinem Zimmer:
Diese Plakat so lange Zeit jeden Tag anzusehen, hat mich tief geprägt. Jeden Frühling aufs Neue muss ich raus, die ersten Huflattich-Blümchen suchen. Sehe ich Huflattich, spüre ich Aufbruch!
Gestern war es wieder so weit. Der erste Huflattich im Frühling 2013, und wusch! sind die Frühlingsgefühle da. So ganz neben bei hilft der daraus gekochte Tee, dem letzten Husten des Winters den Garaus zu machen…
Auf demselben Frühlingsspaziergang entdeckten wir ganz viele Grasfrösche. Nach der Linth-Renaturierung finden diese nun wieder einen Lebensraum, und sie nutzen ihn zur Zeit intensiv.
Ich liebe spezielle Stoffe. Und ich liebe es, in speziellen Stoffläden in Farben und Mustern und Materialien zu schwelgen. Vorletzte Woche war ich in Berlin und habe bei Frau Tulpe eine wunderbare Stunde verbracht. Mit nach Hause gebracht habe ich (u. a.) den Käferstoff.
Der schöne Tupfen-Vorhang ist aus Stoff von barré in Zürich, und das rote und das weisse Kissen aus handbedruckten Stoffen aus dem kleinen Stoffsalon in Wien. Und alle miteinander machen unsere Lese-Kuschel-Filmschau-Ecke zu etwas Besonderem.
Ich bin gespannt, ob ich diesen Sommer in Cardiff auch ein spezielles Stoffgeschäft entdecke…
1990/1991 lebte ich ein Jahr in Berlin, um an der FU im Westen der Stadt Philosophie zu studieren. Gewohnt haben wir jedoch im Ostteil der Stadt. Und weil damals erst so langsam anfing zusammenzuwachsen, was eigentlich gar nicht sooo unbedingt zusammenwachsen wollte, war dieses Leben in zwei Systemen ab und zu tückisch. Zum Beispiel in telefonischer Hinsicht.
Im Osten Berlins gab es noch kaum private Telefone. Und wenn, konnten diese keine Verbindungen in den Westen herstellen. Die öffentlichen Telefone konnten dies schon mal alle ganz sicher nicht. Wenn wir nun also unsere jeweiligen Eltern anrufen wollten – und das wollten wir schon ab und zu -, mussten wir auf die andere Seite. In Westberlin konnten damals aber auch noch nicht alle Telefone überall hin Verbindungen erstellen. Die weitaus meisten waren Inseltelefone. Dasjenige “internationale” öffentliche Telefon, das unserer Wohnung am nächsten gelegen war – eine halbe Stunde mit Bus und Tram -, stand beim S-Bahnhof Wollankstrasse.
Seit 1991 war ich nur einmal kurz in Berlin, auf der Durchreise. Und dann erst diese Woche wieder, für ein Treffen mit meinen deutschen und österreichischen WWF-KollegInnen. Heute hatte ich mir einen Tag Zeit genommen für einen Streifzug durch die alten Reviere. Die Telefonzelle an der Wollankstrasse gibt es noch – und sie kann immer noch internationale Verbindungen herstellen, ich habe es ausprobiert .